Angebote zu "Rhythmus" (5 Treffer)

Kategorien

Shops

Die Literareon Lyrik-Bibliothek - Band 15
37,90 CHF *
ggf. zzgl. Versand

Die Nachtigall (Theodor Storm) Das macht, es hat die Nachtigall Die ganze Nacht gesungen; Da sind von ihrem süssen Schall, Da sind in Hall und Widerhall Die Rosen aufgesprungen. Sie war doch sonst ein wildes Blut; Nun geht sie tief in Sinnen, Trägt in der Hand den Sommerhut Und duldet still der Sonne Glut Und weiss nicht, was beginnen. Das macht, es hat die Nachtigall Die ganze Nacht gesungen; Da sind von ihrem süssen Schall, Da sind in Hall und Widerhall Die Rosen aufgesprungen. Wenn in der Literatur die Nachtigallen singen, gilt es, aufzupassen: Irgendetwas wird sich ereignen oder hat sich ereignet, das es wert ist, zuzuhören. Walther von der Vogelweide lässt sie ein Stelldichein am Waldrand bezeugen und kann sich ihrer Verschwiegenheit sicher sein. Und da es gerade nicht die Nachtigall ist, die singt, müssen Romeo und Julia ihre erste Nacht beenden. Solange die Nachtigall sang, war alles in Ordnung. Meldet die Lerche den Tag, beginnen die Sorgen, die Einsamkeit und das Verhängnis. Auch bei Storm singt eine Nachtigall, die ganze Nacht lang. Es muss Frühling sein, nicht der raue Märzfrühling mit seinen kurzen warmen Sonnenstrahlen und dem unsicheren, verletzlichen Spriessen. Es ist der Maifrühling, in dem Tier und Kraut explodiert vor lauter Lust und Lebensfreude. Und etwas ist passiert in dieser Nacht. Wenn wir dann die dritte Strophe lesen, lesen wir sie – obwohl sie mit der ersten vollkommen identisch ist – anders. Es wäre schlichtweg falsch, zu behaupten, die dritte Strophe wiederhole die erste. Und das macht Storms kleines Nachtigallengedicht so einzigartig. Es verweist, einem doppelten Spiegel gleich, mitten in die Tiefe dessen, was Gedichte sind. Sprache ist hier nicht Sprache, Worte sind nicht Worte und Bedeutungen nicht Bedeutungen; Naturgesetze, die »Ist-Gleich-Zeichen« der äusseren Welt, verlieren ihren Belang. Was hier stattfindet, ist der Wiedereintritt der Form in die Form: Sprache in Versform, gebunden durch Laut, Reim, Rhythmus und Melodie, erzählt keine Geschichte, stellt keinen Ablauf dar, keine Handlung. Sie versetzt uns mitten in ein Geschehen, eine Stimmung, und ebenso hurtig lässt sie uns wieder in Ruhe. Gedichte sind, seit der Entwicklung einer modernen Lyrik ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert, Momentaufnahmen, oft reduziert auf kleine, unscheinbare Sinneseindrücke und Erlebnisse, die flüchtig sind wie der Wind. Eine Idee, ein Gedanke, ein Horizont; eine Welt. Thema und Anlass können nichtig sein oder bedeutend, das spielt keine Rolle. Gedichten liegt die Überlegung und die Überzeugung zugrunde, dass zwischen unserem Wahrnehmen und der Welt, wie sie ist, ein tiefer Graben droht, in den hinabzusteigen die Philosophen wagen – mit mehr oder weniger Erfolg. Gedichte hingegen bauen uns Stege über diesen Graben und lassen uns daran teilhaben, dass die Welt so viel mehr ist, als das, was unser Wahrnehmen zulässt. Zweimal hat sie gesungen, die Nachtigall, in identischen Worten. Doch, was wir hören, ist, wie beim Gesang der Vögel in der Natur, niemals das gleiche. München im Frühjahr 2014, Korbinian vom Leder

Anbieter: Orell Fuessli CH
Stand: 01.06.2020
Zum Angebot
Der Hexer -  Folge 33-36
3,90 CHF *
ggf. zzgl. Versand

4 Mal Horror-Spannung zum Sparpreis! Die Kultreihe von Starautor Wolfgang Hohlbein - vier HEXER-Romane in einem Sammelband. 'Der Zug, der in den Albtraum fuhr' - Folge 33 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Vor einer Sekunde war die Gasse noch leer gewesen; nicht als eine Lücke zwischen zwei Häusern, in der sich der Schmutz und der Unrat von Jahrzehnten angesammelt hatten. Jetzt war etwas da. Es war nicht genau zu definieren, was es war. Es war schwarz und formlos und bewegte sich, auf eine widerwärtige, kriechende Art. Es lebte nicht und war doch nicht tot. Es dachte nicht und hatte trotzdem einen Auftrag. Töten. Keine Macht dieser Welt konnte es von der Erfüllung dieses Auftrag abhalten. Mein Pech. Denn ich war der Mann, den es töten sollte ... 'Ein Gigant erwacht' - Folge 34 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Für lange Zeit hatte der Gigant geschlafen. Wie lange, das wusste er nicht. Zeit war etwas, was keine Bedeutung für ihn hatte; vielleicht, weil sein Bewusstsein nicht imstande war, diesen Begriff zu verarbeiten. Er dachte nur in Perioden von Hunger, Schlaf und wohligem Gesättigtsein. Meist, wenn er erwachte, hatte er Hunger. Und immer war sein Erwachen von etwas begleitet, das er kannte. Der Klang der Flöte. Stets hatte ihn die sanfte Melodie zu Beute und damit Fressen geführt. Dies wusste er: Die Flöte bedeutete Jagd und Blut und Fleisch, das er fressen konnte. Die Flöte bedeutete Nahrung. Jetzt hörte er sie. Und der Gigant erwachte. 'Die Gruft der weissen Götter' - Folge 35 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Swen Liefenstahl hatte seine Runde beendet, verharrte einen Moment lang regungslos auf der Stelle und ging dann denselben Weg zurück, den er gekommen war. Er war gross, selbst für einen Mann seines Volkes, und seine mächtigen Schultern sprengten beinahe den dunklen Lederharnisch. Sein Gesicht wirkte müde und übernächtigt, aber die dunklen Augen unter dem Helm blickten aufmerksam und wach. Drei Tage war es her, dass Erik ihn und die anderen Ratsmitglieder zusammengerufen hatte, um seine düsteren Vorahnungen mit ihnen zu teilen. Seid wachsam, hatte er gemahnt, denn das Ende unserer Herrschaft steht bevor. Hätte ein anderer Mann als Erik Weltuntergangsstimmung verbreiten wollen, hätte er sich Swens beissenden Spott zugezogen. Nicht so Erik. Seine Ahnungen hatten noch nie getrogen. Und das erfüllte Swen mit einer ungewissen nagenden Furcht. 'Todesvisionen' - Folge 36 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Der Laut kam mit dem Wind heran, leise erst, kaum wahrnehmbar; ein Raunen in der Ferne, weit hinter den zerklüfteten Felsen und jenseits der Schlucht, in der wir unser Lager aufgeschlagen hatten. Dann schwoll er an, wurde lauter und lauter- und schien sich gleich darauf zu entfernen. Fast wie das Rauschen des Ozeans, der sich an einem fernen Gestade bricht... Mit einem Ruck fuhr ich fuhr ich auf, als ich endlich erkannte, was es war. STIMMEN! Ein monotoner Singsang wie aus Hunderten von Kehlen; ein dumpfer Ton, der einen fast hypnotischen Rhythmus folgte. Ein indianisches Totenlied! Und während ich reglos auf meine Ellbogen gestützt dalag und dem klagenden, fernen Lied lauschte, schwoll das Singen abermals an, wurde drängender, fordernder, ja wütender. Und es kam näher!

Anbieter: Orell Fuessli CH
Stand: 01.06.2020
Zum Angebot
Die Literareon Lyrik-Bibliothek - Band 15
28,80 € *
ggf. zzgl. Versand

Die Nachtigall (Theodor Storm) Das macht, es hat die Nachtigall Die ganze Nacht gesungen; Da sind von ihrem süßen Schall, Da sind in Hall und Widerhall Die Rosen aufgesprungen. Sie war doch sonst ein wildes Blut; Nun geht sie tief in Sinnen, Trägt in der Hand den Sommerhut Und duldet still der Sonne Glut Und weiß nicht, was beginnen. Das macht, es hat die Nachtigall Die ganze Nacht gesungen; Da sind von ihrem süßen Schall, Da sind in Hall und Widerhall Die Rosen aufgesprungen. Wenn in der Literatur die Nachtigallen singen, gilt es, aufzupassen: Irgendetwas wird sich ereignen oder hat sich ereignet, das es wert ist, zuzuhören. Walther von der Vogelweide lässt sie ein Stelldichein am Waldrand bezeugen und kann sich ihrer Verschwiegenheit sicher sein. Und da es gerade nicht die Nachtigall ist, die singt, müssen Romeo und Julia ihre erste Nacht beenden. Solange die Nachtigall sang, war alles in Ordnung. Meldet die Lerche den Tag, beginnen die Sorgen, die Einsamkeit und das Verhängnis. Auch bei Storm singt eine Nachtigall, die ganze Nacht lang. Es muss Frühling sein, nicht der raue Märzfrühling mit seinen kurzen warmen Sonnenstrahlen und dem unsicheren, verletzlichen Sprießen. Es ist der Maifrühling, in dem Tier und Kraut explodiert vor lauter Lust und Lebensfreude. Und etwas ist passiert in dieser Nacht. Wenn wir dann die dritte Strophe lesen, lesen wir sie – obwohl sie mit der ersten vollkommen identisch ist – anders. Es wäre schlichtweg falsch, zu behaupten, die dritte Strophe wiederhole die erste. Und das macht Storms kleines Nachtigallengedicht so einzigartig. Es verweist, einem doppelten Spiegel gleich, mitten in die Tiefe dessen, was Gedichte sind. Sprache ist hier nicht Sprache, Worte sind nicht Worte und Bedeutungen nicht Bedeutungen; Naturgesetze, die »Ist-Gleich-Zeichen« der äußeren Welt, verlieren ihren Belang. Was hier stattfindet, ist der Wiedereintritt der Form in die Form: Sprache in Versform, gebunden durch Laut, Reim, Rhythmus und Melodie, erzählt keine Geschichte, stellt keinen Ablauf dar, keine Handlung. Sie versetzt uns mitten in ein Geschehen, eine Stimmung, und ebenso hurtig lässt sie uns wieder in Ruhe. Gedichte sind, seit der Entwicklung einer modernen Lyrik ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert, Momentaufnahmen, oft reduziert auf kleine, unscheinbare Sinneseindrücke und Erlebnisse, die flüchtig sind wie der Wind. Eine Idee, ein Gedanke, ein Horizont; eine Welt. Thema und Anlass können nichtig sein oder bedeutend, das spielt keine Rolle. Gedichten liegt die Überlegung und die Überzeugung zugrunde, dass zwischen unserem Wahrnehmen und der Welt, wie sie ist, ein tiefer Graben droht, in den hinabzusteigen die Philosophen wagen – mit mehr oder weniger Erfolg. Gedichte hingegen bauen uns Stege über diesen Graben und lassen uns daran teilhaben, dass die Welt so viel mehr ist, als das, was unser Wahrnehmen zulässt. Zweimal hat sie gesungen, die Nachtigall, in identischen Worten. Doch, was wir hören, ist, wie beim Gesang der Vögel in der Natur, niemals das gleiche. München im Frühjahr 2014, Korbinian vom Leder

Anbieter: Thalia AT
Stand: 01.06.2020
Zum Angebot
Der Hexer -  Folge 33-36
2,99 € *
ggf. zzgl. Versand

4 Mal Horror-Spannung zum Sparpreis! Die Kultreihe von Starautor Wolfgang Hohlbein - vier HEXER-Romane in einem Sammelband. 'Der Zug, der in den Albtraum fuhr' - Folge 33 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Vor einer Sekunde war die Gasse noch leer gewesen; nicht als eine Lücke zwischen zwei Häusern, in der sich der Schmutz und der Unrat von Jahrzehnten angesammelt hatten. Jetzt war etwas da. Es war nicht genau zu definieren, was es war. Es war schwarz und formlos und bewegte sich, auf eine widerwärtige, kriechende Art. Es lebte nicht und war doch nicht tot. Es dachte nicht und hatte trotzdem einen Auftrag. Töten. Keine Macht dieser Welt konnte es von der Erfüllung dieses Auftrag abhalten. Mein Pech. Denn ich war der Mann, den es töten sollte ... 'Ein Gigant erwacht' - Folge 34 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Für lange Zeit hatte der Gigant geschlafen. Wie lange, das wusste er nicht. Zeit war etwas, was keine Bedeutung für ihn hatte; vielleicht, weil sein Bewusstsein nicht imstande war, diesen Begriff zu verarbeiten. Er dachte nur in Perioden von Hunger, Schlaf und wohligem Gesättigtsein. Meist, wenn er erwachte, hatte er Hunger. Und immer war sein Erwachen von etwas begleitet, das er kannte. Der Klang der Flöte. Stets hatte ihn die sanfte Melodie zu Beute und damit Fressen geführt. Dies wusste er: Die Flöte bedeutete Jagd und Blut und Fleisch, das er fressen konnte. Die Flöte bedeutete Nahrung. Jetzt hörte er sie. Und der Gigant erwachte. 'Die Gruft der weissen Götter' - Folge 35 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Swen Liefenstahl hatte seine Runde beendet, verharrte einen Moment lang regungslos auf der Stelle und ging dann denselben Weg zurück, den er gekommen war. Er war groß, selbst für einen Mann seines Volkes, und seine mächtigen Schultern sprengten beinahe den dunklen Lederharnisch. Sein Gesicht wirkte müde und übernächtigt, aber die dunklen Augen unter dem Helm blickten aufmerksam und wach. Drei Tage war es her, dass Erik ihn und die anderen Ratsmitglieder zusammengerufen hatte, um seine düsteren Vorahnungen mit ihnen zu teilen. Seid wachsam, hatte er gemahnt, denn das Ende unserer Herrschaft steht bevor. Hätte ein anderer Mann als Erik Weltuntergangsstimmung verbreiten wollen, hätte er sich Swens beißenden Spott zugezogen. Nicht so Erik. Seine Ahnungen hatten noch nie getrogen. Und das erfüllte Swen mit einer ungewissen nagenden Furcht. 'Todesvisionen' - Folge 36 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Der Laut kam mit dem Wind heran, leise erst, kaum wahrnehmbar; ein Raunen in der Ferne, weit hinter den zerklüfteten Felsen und jenseits der Schlucht, in der wir unser Lager aufgeschlagen hatten. Dann schwoll er an, wurde lauter und lauter- und schien sich gleich darauf zu entfernen. Fast wie das Rauschen des Ozeans, der sich an einem fernen Gestade bricht... Mit einem Ruck fuhr ich fuhr ich auf, als ich endlich erkannte, was es war. STIMMEN! Ein monotoner Singsang wie aus Hunderten von Kehlen; ein dumpfer Ton, der einen fast hypnotischen Rhythmus folgte. Ein indianisches Totenlied! Und während ich reglos auf meine Ellbogen gestützt dalag und dem klagenden, fernen Lied lauschte, schwoll das Singen abermals an, wurde drängender, fordernder, ja wütender. Und es kam näher!

Anbieter: Thalia AT
Stand: 01.06.2020
Zum Angebot

Ähnliche Suchbegriffe